Mit dem Schiff durch den Milford Sound

Dienstag, 26. März 2013
Milford Sound  – Clifden, Kilometer 203

Eigentlich hätten wir heute morgen noch 40 NZD für das Übernachten auf dem Parkplatz bezahlen müssen, so war es zumindest auf den Tafel überall angeschrieben. Aber niemand kam zum Einkassieren. Auch gut – tut unserer Urlaubskasse gut.
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Am Vormittag starten wir zu unserer 2 1/2 stündigen Schifffahrt durch den Milford Sound, einmal bis zur offenen Tasman See und wieder zurück (85 NZD). Wir haben eine sogenannte 260313-3Natural Tour gebucht, hatten also einen Guide, der während der Reise Flora und Fauna erklärt hat. Super war, dass das Schiff mehrmals ganz nah an die Wasserfälle herangefahren ist, was nur möglich ist, da die Uferwände (auch unter Wasser) so steil sind. Neben den Seehunden waren vor allem die Delphine ein Erlebnis: sie schwammen eine ganze Zeitlang neben uns her, immer wieder aufspringend um Luft zu holen und in einer irren Geschwindigkeit. Eine Schifffahrt durch den Sound ist wirklich sehr schön und sollte auf keiner Neuseelandreise fehlen. Da das Wetter heute auch mitspielte und die Sonne lachte, war auch die 120 km lange Rückfahrt ein Erlebis erst durch die engen tiefeingeschnittenen Fjordtäler, dann durch’s waldige Hügelland und schliesslich über Ebenen, die vom trockenen Tussockgrass sand-golden scheinen.
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Wir fahren heute noch bis Clifden, wo wir auf einem gratis Camping am Fluss direkt an einer alten Hängebrücke übernachten. Grad neben uns eine grosse Wiese, die sich Schafe und Rehe teilen.

Temperatur bis 21 Grad

Durch’s Fjordland: Im Tal der fallenden Wasser

Montag, 25. März 2013
Mossburn – Milford Sound , Kilometer 184

250313-3250313-4Bevor wir unsere Farm verlassen gestatten wir den Tieren nochmals einen Besuch ab. Schliesslich kann man nicht alle Tage Schafe und Alpakas streicheln. Gemäss dem Farmer rentiert sich die Schafzucht nicht mehr, weil die Wolle immer weniger einbringt. Viele wären auf Milchvieh umgestiegen. Warum der Liter Milch hier dann teuer als in der Schweiz ist, fragen wir: er meint, das Meiste verdienten die Supermärkte dran und die wären fast alle in australischer Hand.
Einen ersten Stopp machten wir in Te Anau, dem Eingangstor zum Fjordland Nationalpark. Im Info Center besorgen wir Wanderkarten und buchen für morgen schon mal eine Schifffahrt auf dem Milford Sound. Wir haben Glück, die Strasse dorthin, die gestern noch wegen zu starkem Regen und vermutlich drohenden Hangrutsch gesperrt war, ist heute wieder offen. Zwar fahren wir den ganzen Tag unter grauem Himmel und oft regnet es, aber für morgen ist die Prognose besser. Überhaupt ist die Geschwindigkeit mit der in Neuseeland das Wetter wechselt erstaunlich: wir hatten heute mehrmals Temperaturschwankungen von 8 Grad innerhalb von 20 Minuten, vom Wechsel Regen-Trocken-Regen ganz zu schweigen. Dafür gab’s in der Ferne auch ein paar Mal Regenbogen. Was der viele Regen, der hier niedergeht bewirkt, konnten wir auf einer unserer Wanderungen zum Lake Gunn sehen: der ganze Wald ist so stark vermoost, dass man das Gefühl hat, jemand hätte alles mit grünen Samt ausgekleidet. Und das Moos hier ist viel viel dicker als wir es von der Schweiz her kennen. Drückt man es aus, tropft es heraus wie aus einem Schwamm.
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Beim Parkplatz The Chasm (schöner Spaziergang zum Wasserfall) sehen wir zum ersten Mal die in dieser Gegend typischen Papageien, die frechen Keas.  Die letzte knappe Fahrstunde bis zum Sound führt durch Fjordlandschaft mit steilen Hängen an denen unzählige Wasserfälle hinabstürzen. Nach dem berühmten fast unbeleuchteten Homer-Tunnel, durch den der Verkehr mittels Ampel abwechselnd einspurig geführt wird, geht es steil abwärts bis zum Fjord hinunter. Milford Sound ist eigentlich kein Ort: hier gibt es ein Terminal von dem die Ausflugsschiffe aus starten mit grossem Parkplatz, einen kleine Flugplatz, ein Cafe/Restaurant, zwei Lodges. Das ist auch schon alles. Wir entschliessen uns den Camper für die Nacht auf dem Parkplatz stehen zu lassen, grosse andere Möglichkeiten gibt es nicht. Nicht gerade heimelig, aber zweckmässig, da wir morgen zuerst mit dem Schiff rausfahren werden.

Temperatur bis 17 Grad

In der Stadt der Adrenalien-Freaks

Sonntag, 24. März 2013
Queenstown – Mossburn, Kilometer 127

Gegen 9.30 Uhr verliessen wir unseren idyllischen Campground am See und fuhren in das quirlige Queenstown, das sich seit dem letzten Besuch von Stefan vor 22 Jahren so rasant entwickelt hat. Die Backpackers Unterkunft, die damals noch vor der Stadt fast auf grüner Wiese lag, ist jetzt von Hotels, Motels und Appartements eingekreist.
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Wir schlendern durch die schon am Sonntagmorgen gut besuchten Downtownstrassen mit unzähligen Geschäften, vor allem Souvenir- und Outdoorläden. Hauptattraktion sind hier die vielfältigen Abenteuer- und Adrenalinaktivitäten wie Bungy-Jumping, Speedbootfahren, Mountainbiken, Canyoning und tausend mehr. Das Angebot ist unermesslich und geht schnell ins Geld. Wer den letzten Kick braucht ist hier richtig. Man versteht hier so ziemlich aus allem Geld zu machen. So wird z.B. von jeder Gondelkabine ein Bild gemacht und dies nachher natürlich zum Verkauf angeboten. Eine automatische Kamera löst bei jedem vorbeikommenden Sessellift ein Bild aus, egal, ob jemand drauf sitzt oder nicht.
240313-4240313-1Überrascht haben uns die hohen Preise der Adrenalinkicks, selbst für Schweizer Verhältnisse, z.B. 1 Stunde Jetboot fahren 129 NZD. Wir leisteten uns zumindest eine Gondelfahrt auf den Bob’s Peak (26 NZD) von wo aus man eine traumhafte Aussicht auf die Stadt, den See und das bergige Umland hat. Auf andere Kicks verzichteten wir vor allem auch weil das Wetter nicht wirklich mitspielte und es ständig wieder anfing zu regnen.
Einen grossen Supermarkt gibt es nur ca. 10 km ausserhalb Queenstown, den wir am Nachmittag noch aufsuchten um unseren Camperkühlschrank noch einmal zu füllen. Obwohl heute Sonntag ist, war hier der Bär los.
Am See Wakatipu entlang ging es Richtung Süden, denn unser morgiges Ziel ist Te Anau und der Milford Sound. Ob wir tatsächlich in den Milford Sound gehen können ist noch gar nicht sicher, da die Strasse heute immer noch gesperrt war. Der Grund ist uns nicht bekannt. In Mossburn, mitten im Nirgendwo, fanden wir einen Campground auf einer Farm. Eine schöne Anlage, auf der der Besucher abends den sympathischen jungen Farmer zur Fütterung der Tiere begleiten kann und so ganz nebenbei noch vieles über Schaf- und Alpakazucht in Neuseeland erfährt. Natürlich hat Stefan es versäumt ein Foto zu machen als Gabi gerade die Alpakas und Schafe fütterte – ein echter Verlust. Man muss dazu aber auch noch erwähnen, dass es in Strömen geregnet hat.

Temperatur 18 Grad

Über den Haast-Pass nach Queenstown

Samstag, 23. März 2013
Haast – Queenstown, Kilometer 240

230313-6Bevor wir Haast verlassen geht’s noch in die „Shopping Zone“, schliesslich mussten wir wenigsten einem der zwei Läden etwas Umsatz bescheeren: Wir kaufen ein Opossum Fell. Jagd und Handel mit allen möglichen Produkten hergestellt aus den Opossums sind in Haast neben dem Tourismus fast der einzigste Industriezweig. Wir verlassen den Ort, um den Haast Pass 562 m zu überqueren, die niedrigsten Überquerungsmöglichkeit der Southern New Zealand Alps. Für uns Schweizer eine Geländeerhebung. Als Stefan im Jahr 1991 über den Haast Pass gefahren ist war dieser noch ungeteert. Seit 1995 ist auch dieser Übergang nicht mehr so staubig.
Kurz vor Makarora machten wir eine kleine Wanderung zu den Blue Pools, ein aufgestauter Flusslauf in dem das glasklare Wasser strahlend blau schimmert. 230313-1Die 230313-2Weiterfahrt führt uns am Lake Wanaka vorbei, wo wir vom starken Wind davon getragen werden. Einen 7 Meter Camper auf der Strasse zu halten, wenn einem das Stehen schon schwerfällt, ist nicht lustig.
230313-3Weiter führt die Stasse am sehr schönen Lake Haweka entlang nach Wanaka. Hier in dieser Gegend wurden einige Szenen gedreht zum Film „Herr der Ringe“. In Wanaka kurzer Stopp um was zu Essen und um den Blog mal wieder upzudaten. Ab hier funktioniert Internet über unseren Vodafone Stick wieder. Um nach Queenstown zu gelangen nehmen wir die Crown Range Road über Cardrona.
230313-4230313-5Diese Strasse ist im Winter gesperrt, da sie über den höchsten geteerten Pass von Neuseeland führt, immerhin auf 1076 Meter über Meer. Kurz vor Queenstown noch ein Abstecher nach Arrowtown: In der ehemalige Goldgräberstadt wurden liebevoll mehr als 60 Gebäude aus dem 19. Jahrhundert renoviert. In Queenstown angekommen, trifft einen fast der Schlag. Nach der einsamen Westküste und den meist verlassenen Ortschaften, herrscht hier eifig Jubel Trubel. Schon 1991 als Stefan hier war, war Queenstown ein vergnügungs und abenteuerlustiges Städtchen;  jetzt hat sich hier alles verzehnfacht. Vom beschaulichen Städtchen scheint nicht mehr viel übrig zu sein. Wir werden uns das morgen Sonntag mal genauer anschauen. Camping ca. 10 km ausserhalb Queenstown Richtung Glenorchy auf einem DOC Platz.

Temperatur bis 20 Grad

Noch etwas für Statistik-Interessierte. Bis heute 23. März;
– 3394 Kilometer gemacht
– 340 Liter Diesel getankt, Schnitt 10L/100km
– 3000 Neuseeland Dollar gebraucht, ups….
– 6 Stunden (45 GB) Filmmaterial mit der Canon XA10, oje….
– 1500 Digitale Bilder mit der Canon D550
– 7000 Digitale Bilder gemacht mit der Gopro HD2 (Zeitraffer)
– 35 GB nur Filmdaten mit der Gopro HD2, ojeoje….

230313-7Auflösung zum Vogelbild vom 20. März. Wie in einem Kommentar richtig erwähnt handelt sich es hier um eine Wekaralle, eine neuseeländische flugunfähige Vogelart. Die Neuseeländer sagen kurz „Weka“. Dieser Vogel ist häufig bei Rastplätzen anzutreffen und ist recht zutraulich. Wir haben auch schon Busstouristen gesehen, die beim Aussteigen „Hier ist ein Kiwi“ gerufen haben.

Die eisigen Gletscher der Westküste

Freitag, 22. März 2013
Lake Ianthe – Haast, Kilometer 265

220313-4Heute Morgen war ein wenig früher Tagwache als sonst. Um 8.30 Uhr sind wir schon auf der Strasse. Die Landschaft ist noch halb im Nebel eingetaucht als wir über den menschenleeren Highway fahren.  Wir machen einen Abstecker zur Küste, ins 13 km entfernte Okarito, wo wir kurze Zeit am Strand verbringen. Solche einsame Orte sind immer wieder schön anzuschauen, viel erwarten darf man aber nicht. Ein paar Häuser, ein oder zwei Motels, die auf Gäste warten, die wahrscheinlich nicht kommen werden. Meistens hat es nicht mal einen Laden, in dem eingekauft werden kann. Trotzdem immer schön anzuschauen, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
220313-3Die Weiterfahrt bringt uns zum Franz Josef Glacier, ein kleines Touristenkaff, das mehr als den Gletscher nicht zu bieten hat. Nätürlich fahren wir zum Gletscher hin, gehört hier in Neuseeland einfach dazu, obwohl wir Schweizer solche Gletscher, die bei uns noch 10mal grösser sind, schon 1000mal gesehen haben. Bis ganz an den Gletscher heran laufen wir zwar nicht, aber er sieht auch aus der Ferne schon imposant aus.
Nach dem Franz Josef, Weiterfahrt Richtung Fox Glacier, dem zweiten Gletscher von Neuseeland, der an der Westküste per Fuss erreichbar ist. Erstaunlich für uns ist, dass jeweils bis wenige km vor den Gletschern noch der Regenwald heranreicht. Innerhalb weniger km kann man also Strand, dichten grünen Regenwald und garstige kalte Gletscher bestaunen. Noch ein Abstecher zum kleinen Lake Matheson, der bekannt für seine Spiegelungen ist. Leider hat es heute zuviel Wind, somit zuviel Wellen und daher sind die Spiegelungen leider nicht zu sehen. Aber scheinbar ist dieser Lake eine geldbringende Gegend, denn es wurde vor kurzem ein Restaurant gebaut und jetzt wird gerade am Parkplatz erstellt, auf dem 150 Autos Platz haben.
Das Wetter am Lake Matheson ist noch sonnig, hinten an den Bergen, nur wenige Kilometer entfernt regnet es aber bereits. Trotzdem fahren wir zum Fox Glacier. Auch hier muss zuerst ca. 30 Minuten gelaufen werden bevor man am Gletscher ankommt. Wir sind aber bereits nach 15 Minuten wieder umgekehrt, da es zu regnen begann. Die Sicht auf den Gletscher war auch von unserer Position aus genügend.
Die Weiterfahrt Richtung Süden in den Abendstunden ist richtig schön. Ab 17 Uhr ist das Licht immer sehr warm und hervorragend um zu filmen und zu fotografieren. So haben wir noch etliche Stopps gemacht um die schöne Landschaft festzuhalten.
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220313-7Kurz vor Haast überqueren wir die längste One Lane Bridge Neusselands, die 700 Meter lang ist. Es hat aber zwei Ausweichbuchten, sonst würde das kaum funktionieren. Um 19 Uhr Ankunft im einsamen Haast. Wenigstens hat es einen Top10 Campground, so können wir nach zwei Tagen endlich wieder unter eine warme Dusche springen. Als wir beim Camping Host nachfragen, ob wir hier Internet haben, schaut er uns verwundert an: „Internet? Sie sind hier in Haast am Ende der Welt, hier gibts nicht mal Mobilfunkempfang“. Tatsächlich, weder Telekom noch Vodafone haben es bisher geschaft hier eine Antenne zu montieren. Diese Leute leben noch im Zeithalter des Festnetzes…..

Temperatur: 20 Grad

Pfannkuchen Klippen und eine Reise in die Vergangenheit

Donnerstag, 21. März 2013
Westport – Lake Ianthe, Kilometer 208

210313-1Heute morgen wurden wir von 4 jungen Surfern geweckt, die ausgerechnet neben unserem Camper anhielten um sich für ihre Surfpartie parat zu machen. Naja, dafür hatten wir während des Frühstücks sozusagen live TV „Surfer Boys in Action“. Während wir genüsslich an unserem Müsli knabberten ritten die Jungs draussen auf den Wellen.
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Die Weiterfahrt bis zur Paparoa Nationalpark, wo die Pancake Rocks zu sehen sind, hätte nicht schöner sein können. Eigentlich hätte man alle 2 Minuten anhalten müssen um wieder zu staunen: weite, menschenleere Strände, wilde Felsen und schäumende Wellen. 210313-2210313-7Bei den Pancake

 

 

 

 

Rocks haben wir einen kurzen Spaziergang gemacht und diese speziellen Felsformationen anzuschauen. Anschliessend kleine Spritztour durch Greymouth, Wild West Stadt in Neuseeland. Nur wenige km hinter dem Stadtzentrum liegt Shantytown, ein Heritage Park bzw. Freilichtmuseum (31 NZD), in dem ein Dorf wie zu Goldgräberzeiten Anno 1870 nachgebaut wurde.  Wirklich gut gemacht inkl. Goldgräberclaim, Sägemühle und Dampflok. Mit vielen Erklärungen an und in den nach- oder wiederaufgebauten Gebäuden. Sogar eine Audiotour gibt es. Wir blieben gut 1 1/2 Stunden. Nur leider auch hier wieder exterm wenige Besucher „Wo sind nur all die Touristen?“
210313-6Auf unserem Weg entlang der West Coast nach Süden durchquerten wir noch schöne kleine Orte wie Hokitika und Ross, wo wir gerne noch die eine oder andere Stunde verbracht hätten, aber leider lässt unser Reiseplan nicht alle Stadtbesichtigungen zu. Übernachtung am Lake Ianthe, staatlicher Minicampground für 6 NZD/Person direkt am See (Achtung Mücken). Schon wieder ohne Strom und ohne Mobilfunkempfang. Das Telefon hat Empfang hingegen ist kein Datenverkehr (GPRS) per Internet möglich. Wir vermuten mal, dass dies von den Anbietern gesperrt wird.

Temperatur: 18 Grad

An die rauhe Westküste: von Goldgräbern und Seelöwen

Mittwoch, 20. März 2013
Motueka – Westport, Kilometer 272

Strahlender Sonnenschein weckte uns um 8 Uhr. Wir nahmen von Motueka aus nicht die Hauptstrasse sondern eine Nebenstrasse über Tapawera, die erst an zahlreichen Obstplantagen und dann am Rande des Kahurangi Nationalparks entlang führte. So hatten wir eine Stunde lang eine Fahrt durch herrliche Landschaft. Und endlich sehen wir auch mehr Schafe, sehr viel mehr Schafe – nach den vielen Rindern ist Gabi endlich glücklich, so muss Neuseeland aussehen. Ein bisschen Klischee muss doch erlaubt sein. Je weiter wir gen Westen vorstossen, desto rauher wird das Land und desto mehr Bäche kreuzen unseren Weg.
200313-4Einen Abstecher machen wir noch zum Gletschersee Lake Rotoroa im Nelson Lakes Nationalpark. „Touristisch nicht sehr erschlossen“ stand im Reiseführer. Nun genaugenommen hatte es ausser einem Parkplatz und einem Minicampingplatz ohne alles so ziemlich gar nichts am See – genau richtig für uns. Stille und Einsamkeit.
200313-7Der nächste Stopp lohnt sich in Lyell, das eigentlich nicht mehr existiert. Lyell war um 1870 eine eine Stadt der Goldgräber, von der heute ausser dem Friedhof und ein paar Goldgräberrelikten nicht mehr viel zu sehen ist. Ein Walkway führt den Besucher direkt zurück in die Geschichte. Der Friedhof liegt heute mitten im Wald, versteckt und von Bäumen und Zeit überwuchert.
Der Highway Nummer 6 läuft immer am Buller River, dem längsten Fluss Neuseelands entlang. 200313-3200313-2Teils schöne Ausblicke in den Flusscanyon tief unter der Strasse. Entstation ist 200313-5Westport an der200313-1 Küste, ebenfalls zur Goldgräberzeit entstanden, dann Kohlehafen und heute sieht man die Schweizer Zementfirma Holcim hier gut vertreten. Für uns eine Versorgungsstadt, gut für einen Supermarktstopp, dann geht’s schon weiter zum Cape Foulwind, wo die Seehunde zu Hause sind.
Von einem Aussichtspunkt aus kann man die Tiere gut beobachten. Am Parkplatz machte Stefan noch Bekanntschaft mit einem unbekanntem Wesen – wer weiss, was das ist? Kommentare erwünscht, Aufklärung sonst in den nächsten Tagen.
Gleich in der nächsten Bucht haben wir direkt am Stand einen Schlafplatz für die nächste Nacht gefunden.

200313-6Das Bild vom Sonnenuntergang ist grad von unserem „Schlafzimmer“ gemacht worden. Nur nicht neidisch werden!

Temperatur: 16 Grad

Mit dem Wassertaxi durch den Abel Tasman Nationalpark

Dienstag, 19. März 2013
Ruby Bay – Motueka, Kilometer 42

190313-3Nach einer Nacht Dauerregen begann dieser Tag wettermässig vielversprechend: trocken und sogar etwas Sonne. In der Touristeninfo von Motueka informierten wir uns über Besichtigungsmöglichkeiten für den Abel Tasman Nationalpark, den kleinsten Park Neuseelands, der mit dem Auto kaum zu erkunden ist. Wer hier was sehen will, geht zu Fuss durch den grünen Küstendschungel 190313-6190313-1

oder man nimmt das Wassertaxi. Wir entschieden uns für das Wassertaxi, das v190313-2erschiedene190313-5 Sandstrände anfährt. Ausserdem fuhren wir noch am Apple Rock und an der Tonga Island vorbei, wo man meist Seelöwen sehen kann. An der Awaroa Bay hatten wir 2 Stunden Aufenthalt, den wir wegen inzwischen wieder eingesetztem Regen aber nur zu einer kleinen Wanderung durch den dichten Küstenwald und am herrlich sauberen Sandstrand nutzen konnten. Selbst Nebel und Regen konnten nicht verhindern, dass wir über die hundert verschiedenen Grüntöne des Küstenwaldes staunten – kein Picasso hätte das besser hinbekommen. Die Fahrt mit den Wassertaxis setzt eine gewisse Seetüchtigkeit voraus, denn es schaukelt doch arg. Auf der Rückfahrt isst Gabi genüsslich ihren Apfel, während sich einige190313-4190313-7 Passagiere schon leicht grün im Gesicht an ihre Kotztütchen klammern.  Bei Sonnenschein hätten wir gern noch mehr Zeit im wunderschönen Park mit den goldenen  Buchten und grünen Hängen verbracht, aber Wandern bei Regen ist halb doch nicht so sexy, also verlassen wir nach unser Tour gegen Abend wieder den Park Richtung Zivilisation. Übernachtung im Top-10-Holiday Camping in Motueka.

Temperatur: 15 Grad

Mit der Fähre zur Südinsel

Montag, 18. März 2013
Wellington – Ruby Bay, Kilometer 148

Um 8.45 Uhr verliessen wir unseren Campingstellplatz in Wellington um Richtung Fährterminal zu fahren, das nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt liegt. Es regnete in Strömen. Eine unsere Dachlucken ist nicht ganz wasserdicht. Immer wieder tröpfelt es von der Decke genau auf das Polster unserer Sitzecke. Wer mit dem Auto auf die Fähre möchte, muss eine Stunde vorher einchecken, bei uns also 9.25 Uhr. Da wir die Fähre vorgebucht haben, können wir direkt zum Fahrzeug-Checkin fahren. Es stehen bereits einige Campervans und Autos an der Wartelinie. Jetzt heisst es warten.
180313-3Um 10 Uhr geht es endlich los, die Fähre wird beladen. Es gibt zwei Fahrzeugdecks: Unten werden die normalen Autos verladen und im oberen Deck alles was grösser ist. Das Verladen geht zügig, ohne Problem. Es ist bei Weitem nicht so schlimm wie damals bei der Inside Passage in Kanada wo es um Zentimeter ging und man fasst keinen Platz hatte auf der Fähre. Hier wird sehr grosszügig geparkt, vermutlich auch weil die Fähre nicht voll besetzt ist. Um 10.30 Uhr ging die Fahrt los. Stefan hat noch gehofft ein paar schöne Fotos von der Skyline Wellingtons machen zu können, aber dies fiel buchstäblich ins Wasser. Die Sicht war gleich null. Nach ca. 1 Stunde gings dann auf das offne Meer der Cook Strait.
180313-1Hier hat der Wellengang doch erheblich zugenommen und Stefan war es plötzlich nicht mehr so wohl. Gabi hat sich davon nicht stören lassen und die ganze Zeit gelesen. Als die Fähre die Meerenge hinter sich gelassen hatte, beruhigte sich das Meer wieder und alles war wieder im grünen Bereich. Die Strecke wäre landschaftlich wunderschön, wenn man den was sehen könnte. Es hat fast den ganzen Weg geregnet und die Wolken hingen tief unten zwischen den grünen Hügeln.
180313-213.35 Uhr Ankunft auf der Südinsel in Picton. Nach einem Einkauf im Supermarkt fuhren wir weiter auf der Queen Elisabeth Road an der Küste entlang Richtung Nelson. Die Strecke ist sehr kurvenreich und man kommt nur langsam voran, dafür bietet sie immer wieder schöne Ausblicke aufs Meer. Leider regnete es auch auf dieser Fahrt, darum kaum Fotostops. In Nelson angekommen fuhren wir kurz durch die Innenstadt. Stefan war ja vor 22 Jahren 3 Tage hier. Es hat sich so viel verändert, unglaublich. Dort, wo Stefan damals 3 Stunden am Strassenrand gestanden ist, um per Autostopp weiter zu kommen, sind jetzt Häuser, Tankstellen, Shops usw. Damals waren hier nur grüne Wiesen am Stadtrand und weit und breit deutete nichts darauf hin, dass hier mal was gebaut werden könnte. Wir haben in Ruby Bay, ca. 20 km hinter Nelson Richtung Abel Tasman, einen kleinen einfachen Campingplatz direkt am Meer gefunden für die nächste Nacht.

Temperatur 17 Grad

Entdeckungstour durch die Windy City

Sonntag, 17. März 2013
Wellington, Kilometer 0

Ein bisschen Kultur muss auch im Urlaub sein, also ging’s heute morgen zuerst einmal ins Te Papa Neuseeland Museeum. Eintritt ist frei und es ist eines der interaktivsten Museen, die wir je besucht haben. Wirklich gut gemacht, man könnte den ganzen Tag drin verbringen.
170313-1Es gibt Abteilungen über Flora und Fauna aber auch über die Maori, die weissen Siedler, die Erdbebenproblematik und eine Aussichtsterrasse mit schöner Sicht auf die Skyline von Wellington. Übrigens hat es in den letzten 2 Tagen viermal geschüttelt, wenn auch nur mit Minibeben mit Stärken zwischen 2.5 und 4.0.
170313-7Als wir wieder rauskommen, ist am Hafen der Teufel los: heute ist Drachenbootrennen der Schulmanschaften und überall laufen knackige neuseeländische Jungs in Rudertrikos herum (Mädels gabs übrigens auch….). Daneben gibt es Snack-Stände, viel Musik und überall gute Laune. Selbst der ständige Wind, der in dieser Stadt bläst tut dem Trubel keinen Abbruch und die Neuseeländer laufen barfuss und im Sonnentop herum.
170313-2170313-4170313-5Wir machten uns auf zur Cable Car, einer Standseilbahn, natürlich mit Schweizer Technik drin, die von der Fussgängerzone aus für 4 NZD den Hang hochfährt bis zum Botanischen Garten. Ausgerechnet hier fängt es das erste Mal auf unserer Reise an zu regnen. So ein Sch… Aber nach 14 Tagen Sonnenschein wollen wir mal nicht jammern. Durchquert man den wirklich empfehlenswerten Garten mit Richtung auf die Innenstadt, kommt man automatisch durch den alten Friedhof, auf dem die ersten Siedler der Stadt um 1850 begraben wurden.
170313-3170313-6Im späteren Nachmittag sind wir noch etwas durch die City geschlendert (Läden haben hier auch am Sonntag bis 17 Uhr geöffnet). Allerdings trieb uns der Regen dann doch früher als sonst wieder zum „Campingstellplatz“ zurück.
Erwähnt werden sollte nur noch die Cuba Street, die ein Besucher nicht verpassen sollte. Auch wenn die Häuser hier alt und teils heruntergekommen sind, herrscht hier das volle Leben: viele kleine Pubs und Restaurants aber auch Shops und Spielplätze machen diese Strasse zu einem quwirrligen Erlebnis.

Übrigens, Stefan konnte sich nur noch an das spezielle runde Parlamentsgebäude und den Botanischen Garten errinnern; in den 22 Jahren, die seit seiner letzten Reise hierher vergangen sind, hat sich in Wellington einiges verändert.

Heute geht unser letzter Tag auf der Nordinsel zu Ende, den morgen früh gehts es mit der Fähre auf die Südinsel für die nächsten zwei Wochen.

Temperatur 21 Grad