Chinatown

Chinatown liegt nur ein paar Strassen von der Hauptgeschäftsmeile entfernt. Zu Fuss gut zu erreichen und keinesfalls irgendwo ausserhalb im Ghetto, wie das in anderen Orten der Fall ist.

180413-3180413-8Hier der Eingang, hinter dem dann viele Geschäfte und Schaufensterauslagen nur noch chinesisch angeschrieben sind. Bekannt ist Chinatown vor allem für die „Central Markets“, wo man an Ständen oder in Minigeschäften auch gut Frischprodukte einkaufen kann.
Am besten Samstags um 14 Uhr, dann wird’s günstig, weil Sonntag und Montag geschlossen ist und alles noch weg muss.

Chinesen sind hier in Adelaide gut vertreten, als ständige Einwohner ebenso wie als Studenten. Auch in meiner Klasse sind 4, von denen 3 eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung anstreben. Im Vergleich zu den Schülern aus arabischen Ländern sind die Chinesen absolut vorbildlich – meine Schwester würde jetzt sagen „echte Streber“.

180413-4Da ist zum Beispiel Henry, 20 Jahre, der in der schulfreien Zeit, vor allem aber auch jedes Wochenende Schichten im Krankenhaus schieb. Manchmal kommt er totmüde zum Unterricht. Sobald er den Sprachtest bestanden hat, will er eine Aufenthaltsbewilligung beantragen. Die 18jährige Emily büffelt für den Uni-Sprachtest, will hier Architektur studieren, dann aber zurück zur Familie nach China.

Am Anfang waren die Chinesen sehr zurückhaltend, aber inzwischen quatschen wir in jeder Pause miteinander, tauschen Ausflugstipps auch oder korrigieren Hausaufgaben zusammen. Multikulti lässt grüssen. Wusstet ihr, dass Regierungsangestellte in China regelmässig Tests absolvieren müssen, in denen überprüft wird, ob ihr Job-Wissen noch auf dem aktuellsten Stand ist? Im übrigen lässt sich das Englisch der Chinesen viel besser verstehen als das der Araber. Letztere werden scheinbar meist vom Militär oder ihren Firmen hierhergeschickt, müssen selber nichts bezahlen und sind nur mässig motiviert im Unterricht. Zu Beginn war ich verwundert, dass viele Lehrer sie einfach links liegen lassen. Inzwischen ist klar, dass die meisten einfach aufgegeben haben. So nach dem Motto „wer nicht lernen will, ist selber Schuld“.

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